Kulturimpuls
Muße-Kunst

"Anfang".
Straßen-Fotografie (c)Gerlinde Knaus
Plädoyer
für das schöpferische Innehalten
Schwerpunkt
2011: Dokumentation von Muße-Kunst im öffentlichen Raum mittels Straßen-Fotografie.
Dabei handelt es sich um Bilder, die nicht gestellt sind. Die Aufnahmen haben
dokumentarischen Charakter
und deshalb steht das Technische nicht so sehr im Vordergrund.
Meine Bilder veranschaulichen Momente, die ich im Alltag beim Müßiggehen
wahrnehme.
Schwerpunkte sind u. a.: Menschen beim Liegen, Gehen, Stehen, Sitzen, Kommunizieren,
Street-Art,
Textbotschaften, Mauerflecken, Verfall, Symbolisches wie "Uhren ohne Zeiger".
Der öffentliche Raum ist der "zweckfreie" Raum,
wo Muße, verstanden als freie bewusste Tätigkeit, möglich wäre.
Der Konjunktiv hat hier allerdings seine Berechtigung,
weil die Muße in unser Kultur in Vergessenheit geraten ist und oft irrtümlicherweise
mit Faulheit verwechselt wird.
Der einzige Raum, wo Muße möglich ist, ist der Innenraum.
Ich zeige mit meinen Bildern auf, dass dieser Muße-Innenraum mit dem Außen
korrespondiert,
wenn wir ein Bewusstsein dafür entwickeln.
Mit der Erschließung dieses Raumes lebt auch die Sprache der Muße
wieder auf.
Muße beginnt mit dem Körper, mit einer erhöhten Wahrnehmungsfähigkeit
und der Bewegung in Zeit und Raum.
Ich gehe gerne, da es mir auf diese Art und Weise am besten gelingt, bei mir
selbst anzukommen.
Schritt für Schritt finde ich meinen eigenen Rhythmus.
Konzentriert tauche ich in das Gegenwärtige ein und dabei geschieht Überraschendes.
Die Zeitwahrnehmung verändert sich, die Uhr ist nicht mehr wichtig.
In dieser Zeitlosigkeit nehme ich die Welt mit allen Sinnen wahr und ich werde
eins mit dem, was mich umgibt.
Diese Art der Wahrnehmung steht ganz für sich selbst und zeigt sich aufdringlich
in seiner Präsenz,
ohne dass dabei das Bedürfnis entsteht, etwas tun zu müssen.
In dieser Muße-Haltung entstehen meine Bilder, die ich als Experiment
und als Muße-Spuren-Finden betrachte.










11/11